Fersensporn: Symptomatik und Behandlung

Wer je einmal Fersenschmerzen hatte, weiß wie schrecklich sie sein können. Es handelt sich um jäh einschießende, brennende Schmerzen, die im  Laufe des Tages zunehmen. Ursache für diese Beschwerden ist neben rheumatischen Gelenkentzündungen häufig der Fersensporn. Hierbei handelt es sich um einen dornartigen Knochenauswuchs an der Unterseite des Fersenbeines. Die knöcherne Veränderung ist nicht sehr groß (zwischen 1 bis 15mm) und bei ca. 10% der Bevölkerung vorhanden. Allerdings verursacht er nur bei wenigen Menschen tatsächlich Schmerzen.

Wie entsteht der Fersensporn?
Eine starke Zugbelastung des Fersenbeines durch Sehnen oder Bindegewebe, die am Knochen ansetzen, kann den Fersensporn hervorrufen.

Abb.: Längsverklammerung des statischen Fußgerüstes durch Bänder (dunkelgrau) und durch Muskeln (rot) schematisch dargestellt nach J.Lang und W.Wachsmuth, Praktische Anatomie (1972)

fersenspornZur Verdeutlichung: Unter der Sohle verläuft vom Mittelfuß zum Fersenbein die sogenannte Plantarfaszie – eine breite, flache Sehne. Bei zu hoher Spannung der Sehne, z. B. durch Übergewicht oder durch sportliche Aktivität, kann es am Ansatz der Sehne am Fersenbein zu winzigen Einrissen kommen. Diese führen in der Folge zu lokalen Entzündungen und Gewebeveränderungen. In diesen Rissen lagert der Körper quasi als Reparaturversuch Kalk ab, der sich zum Fersensporn auswächst.

Welche Symptome treten auf?
Die typischen messerstichartigen, starken Schmerzen unter der Ferse oder auf der Ferseninnenseite treten zunächst nur sporadisch sowie während und nach Belastung auf. Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium ist dann jede Beanspruchung des Fußes mit Schmerzen verbunden. Im akuten Stadium können die Beschwerden so extrem sein, dass ein Gehen nahezu unmöglich wird.

fersensporn roentgenildWie wird der Fersensporn diagnostiziert?
Der heftige punktuelle Schmerz ist bereits ein guter diagnostischer Hinweis auf die Krankheit. Zur Sicherung der Diagnose reicht oft eine Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung des Fersenbeines aus. Nur selten ist eine Kernspintomographie notwendig.

Wie erfolgt die Therapie?
Zunächst muss die Belastung reduziert werden. Stauchbelastungen wie z. B. beim Joggen, stehen dabei an erster Stelle des Vermeidens. Ein mögliches Übergewicht sollte gleichzeitig reduziert werden. Der Fuß sollte durch die Einlage abgestützt werden, die nach einem genauen Fußabdruck angefertigt wird. Im Bereich des Fersensporns wird zusätzlich eine Weichbettung in die Einlage gearbeitet. Oft helfen warme Fußbänder, Dehn- und Kräftigungsübungen sowie spezielle Massage. Sollten diese Maßnahmen keinen Erfolg zeigen, kommen Medikamente und Spritzen zum Einsatz. Meist wird hier ein Cortisonpräparat genutzt.

Der nächste Behandlungsschritt beim Versagen der medikamentösen Behandlung ist die Stoßwellentherapie. Hierbei werden kurze Schallimpulse von sehr hoher Energie direkt über die Haut in das betreffende Körperareal eingekoppelt. Dabei werden die Kalkablagerungen zertrümmert und Entzündungsreaktionen gemindert. Pro Behandlung werden ca. 2000 Stoßwellen abgegeben. Meist sind drei bis fünf Behandlungen im Abstand von 7-14 Tagen erforderlich. Eine örtliche Betäubung ist nicht notwendig. Die Behandlung wird ambulant durchgeführt und dauert nur wenige Minuten. In zahlreichen Studien konnte die sehr gute Wirksamkeit der Stoßwellentherapie beim Fersensporn bewiesen werden. Die Behandlung lässt sich jedoch nur mit hohem personellen und apparativen Aufwand durchführen und ist deshalb ein kostenintensives Verfahren. Andererseits kann die Stoßwelle für die Krankenkasse finanzielle Vorteile bieten, da in vielen Fällen eine Operation vermieden  werden kann. Außerdem bedingt die Stoßwellentherapie praktisch keine Ausfälle durch Krankheitszeiten. Für den Patienten am wichtigsten ist jedoch, dass er nicht nur einen Krankenhausaufenthalt, sondern auch die nicht unbeträchtlichen Risiken von Narkose und Operation vermeidet.

Operative Fersenspornbehandlung
Seit die Stoßwellentherapie in der Orthopädie Einzug gehalten hat, ist nur noch in wenigen Fällen eine operative Maßnahme notwendig. Bei der Operation wird der Fersensporn abgemeißelt und ein schmaler Streifen der Plantarfaszie entnommen. In den letzten Jahren werden zunehmend endoskopische Verfahren zum Einsatz gebracht, die wesentlich schonender und risikoärmer sind.

Vorbeugende Maßnahmen
Übergewicht ist ein Risikofaktor für  viele z. T. lebensbedrohliche Erkrankungen, aber auch für einen Fersensporn. Eine Gewichtsabnahme ist deshalb sehr sinnvoll. Sportliche Aktivität darf nicht zu Schmerzen führen. Vor jeder sportlichen Bestätigung  sollte man daher nicht die Zeit zum Aufwärmen und Dehnen vergessen. Sollten Fersenschmerzen auftreten, darf so lange kein Sport getrieben werden, wie die Schmerzen anhalten. Ein wichtiger Punkt sind gut passende Schuhe sowohl in der Freizeit als auch in der Arbeit. Große Bedeutung kommt dabei einer guten Dämpfung unter der Ferse sowie einer Fersenstütze zu.

Ideal wäre der Kauf eines Laufschuhes nach Kontrolle des Abrollverhaltens auf dem Laufband (gute Laufschuhgeschäfte sind daran zu erkennen).  Idealerweise sollten auch Einlagen nach computergesteuerter Fußdruckanalyse (siehe unter:Fußbeschwerden) eingelegt werden. Wenn Fußfehlstellungen vorhanden sind, ist eine fachärztliche Beratung und Behandlung in jedem Fall sinnvoll.

Modifiziert nach Dres. Uwe Thäler und Peter Wagner