Männermedizin: Was tun bei nachlassender Kraft im Alter?

Mit fortschreitendem Alter kommt es zu einer Abnahme der Muskelmasse ( bis zu 50% zwischen dem 2-und 8. Lebensjahrzehnt), vor allem der Typ II-Fasern. Außerdem nimmt die Innervationsrate der einzelnen motorischen Einheiten ab, so dass die Kraft ungefähr 10-15% pro Lebensdekade zurückgeht. Die Auswirkungen auf das Gangbild und das Gleichgewicht sind bekannt. Wie kann diesem Leistungsabfall entgegengewirkt werden?

Anhand einer dynamometrischen Messung wurde die Kraft der Knie-und Fußextensoren- und flexoren bei 40 gesunden älteren Männern ( 12) und Frauen ( 28) mit einem Durchschnittsalter von 72,6 +6,7 Jahren bestimmt. Es wurden 4 Gruppen unterschieden:

  • • Probanden, die im ganzen Leben sportlich aktiv waren (n=7)
  • • ältere Menschen, die erst im fortgeschrittenen Alter und mit körperlicher Aktivität begonnen hat und diese jetzt mindestens 4 Jahre lang ausübten (n=15)
  • • Probanden, die in jüngeren Jahren sportlich aktiv, jetzt aber mindestens 30 Jahre inaktiv waren (n=7)
  • • und Probanden, die nie körperliche aktiv waren.

Es zeigte sich eine deutliche Abhängigkeit der Muskelkraft vom momentanen Aktivitätslevel!

Menschen, die auch im Alter körperlich aktiv waren, zeigten, obwohl es sich bei den meisten Probanden eher um Ausdauerbelastungen wie Joggen, Schwimmen, Radfahren handelte, eine ca. 40% höhere Muskelkraft als Inaktive, auch wenn sie erst im Alter (oft nach Rückzug aus dem Berufsleben) mit dem Sport begonnen hatten. Allein auf den Lorbeeren einer Aktivität in jüngeren Jahren kann man sich hingegen im Alter nicht ausruhen.

                               

(Gauchard GC et al: Improved muscle strength and power in elderly exercusind regulary, int J Sports Med. 24 ( 2003) 71.71)