Dr. med. U. Frohberger

Facharzt für Orthopädie 
Spezialgebiete Sportmedizin, Chirotherapie, Osteologie, physikalische Medizin

• Großer Erfahrungshorizont in der Sportmedizin, unter anderem mit Betreuung unterschiedlicher Bundesliga- und Nationalmannschaften 

• Vorsitzender der interdisziplinären Qualitätszirkel „Osteoporose“ und „Schmerztherapie“/Münster

• 1. Vorsitzender des Bundes der Osteologen Westfalen-Lippe

 

 

 

Mein Lehrer Prof. Dr. med. H. H. Matthiaß
und seine Denkansätze

 
 
prof matthiassEs ist Unsinn zu fordern, dass ein Arzt nach dem „STAND DER WISSENSCHAFT “ handeln und urteilen müßte. Denn DEN “ Stand der Wissenschaft “ gibt es nicht. Allenfalls gibt es REGELN, die von irgendwelchen “Experten“ aufgestellt werden. Ob diese aber richtig sind und ob sich mit der Einhaltung der Regeln die Wahrheit von fehlerhaften Behandlungen oder irgendwelchen Sachverhalten erkennen lässt, ist grundsätzlich anzuzweifeln. Wie diese “Experten“ überhaupt zu solchen geworden sind, ist keineswegs klar. Wir können in den empirischen Wissenschaften wie der Medizin NIEMALS genügend Argumente für die Behauptung haben, dass wir uns der Wahrheit ein Stück genähert haben. 
 
Es ist noch schlimmer, wenn man sich den Wortsinn von KONSENS überlegt. Konsens heisst “Genehmigung“, d. h. also dass eine Gruppe von Experten mit unterschiedlicher fachlicher Qualifikation sich anschickt, Meinungen zu “genehmigen“. Wenn sich die “Mehrheit der Wissenschaftler“ auf eine bestimmte Meinung einigt, muss dies nachdenklich machen. Wieso einigen sich Wissenschaftler sehr unterschiedlicher Qualifikation und fachlicher Herkunft, wenn nur wenige von diesen wirklich wissenschaftlich über das Thema gearbeitet haben und die anderen nur ihre Überzeugung und ihre Namen beigetragen haben? 
 
Weil das so ist, sollten wir zurückhaltend in der Interpretation des “WISSENS“ sein. Das medizinische Wissen ist grundsätzlich lückenhaft. Wissen wandelt sich von Tag zu Tag, dementsprechend auch seine Annäherung an die Wahrheit. Seine Bedeutung hängt nicht nur von den Kenntnissen ab – es gibt keine absoluten Erkenntnisse –, sondern auch von den Kulissen, die um uns herumstehen, d. h. davon, wie die Gesellschaft, in der wir leben, das Wissen aufnimmt. 
 
"Wissen macht frei, aber einsam,
denn Wissen erwirbt man nicht im Konsens mit anderen,
sondern im Gegenteil, in der Auseinandersetzung mit anderen,
in der Konfrontation."